Rezension Sabine Zitzmann/Manfred Rimpler: Gedenkbuch Zwickau in Böhmen

Zwickau – jedermann denkt dabei an die Großstadt in Sachsen. Es gibt aber auch Zwickau in Böhmen (i. B.), das eine ebenso bemerkenswerte Geschichte hat. Die nordböhmische Kleinstadt im Bezirk Deutsch-Gabel, mitten im Lausitzer Gebirge gelegen, war ein eigener Gerichtsbezirk mit nahezu ausschließlich deutscher Bevölkerung. Die Volkszählung von 1930 ergab 5670 deutsche und 10 tschechische Einwohner, die großenteils in der Textil- und Glasindustrie arbeiteten. Natürlich gab es auch Brauereien, seit 1560, die letzte wurde 1968
geschlossen, entstand aber 2013 neu. Der tschechische Name von Zwickau ist Cvikov.

Zwickau entstand an der alten Leipaer Handelsstraße, die ersten schriftlichen Hinweise stammen von 1346, Stadtrechte erhielt der Ort 1391. Die weitere Geschichte ist ein Spiegelbild europäischer Geschichte: Dreißigjähriger Krieg, Zerstörung, Brände, Pest, Bauernaufstände, Hungersnot. Erst im 19. Jahrhundert begann eine friedlichere Entwicklung der Stadt, mit Krankenhaus, Schule, Gendarmerie, Steuer- und Katasteramt und schließlich 1886 einen Bahnanschluss. Die industrielle Entwicklung setzte kurz danach ein.

Die Aufgabe, die Stadtgeschichte zu dokumentieren, war schwierig, da ältere Dokumente und Gedenkbücher bei Stadtbränden verloren gegangen waren. Glücklicherweise zwang ein Gesetz von 1920 die Kommunen, dennoch neue Gedenkbücher anzufertigen. 1923 betreute der damalige Bürgermeister Adolf Hanisch den Stadtschreiber Ottomar Stelzig mit dieser Aufgabe.

Leider aber liegt das in deutscher Kurrentschrift verfasste Buch nur als Einzelexemplar vor. Das gebundene Original liegt im Heimatkundemuseum von Böhmisch Leipa (Česká Lípa) und umfasst 598 Seiten. Es enthält einen geschichtlichen Rückblick, ein Verzeichnis der bis 1923 gesammelten Urkunden, Altertümer, Drucksachen usw. sowie Jahresberichte, die 1923 beginnen und 1944 enden.

Wer es einsehen will, muss nach Böhmisch Leipa fahren, da es nicht im Netz veröffentlicht ist. Frau Sabine Zitzmann aus Weiden hat dies getan, das Buch fotografiert und sich der mühseligen Aufgabe unterzogen, dieses dicke Buch aus der Kurrentschrift in lateinische
Lettern zu transkribieren, und nicht nur das: Da manche Wörter und Redewendungen dem heutigen Leser nichts sagen, vor allem aber, weil manches ohne die Kenntnis des politischen und gesellschaftlichen Kontextes unverständlich bleibt, hat Frau Zitzmann zahllose erklärende Fußnoten angefügt. Dabei wurde sie von Manfred Rimpler aus Berlin unterstützt, der inhaltliche Beiträge, Korrekturen und Bilder beitrug.

Das Gesamturteil des Rezensenten kann nur positiv ausfallen. Das Buch ist nicht die Neuauflage eines älteren, sondern ein eigenständiges Werk, eine grundlegende Arbeit zur Heimatkunde und zur Familienforschung, die höchstes Lob verdient. Es wird nicht nur Mitglieder aus dem Bereich Böhmisch Leipa interessieren.

Michael Hanika


Das Buch wird – schon allein wegen des Umfangs von 600 Seiten – für 42,00 € zum Verkauf angeboten. Mitglieder erhalten es bis 31. August 2017 zum Subskriptionspreis 27,00 € + Porto und Versand.

Bestellungen per E-Mail an das SGA
oder postalisch:
Sudetendeutsches Genealogisches Archiv
Landshuter Str. 4
93047 Regensburg

Änderungen im Juni 2017

Unter dem Menüpunkt Forschungshilfen finden Sie eine neue Seite - "Erfasste Kirchenbücher".

Desweiteren wurden die Seiten "Verkauf" und "Verzeichnis der Ahnenlisten" aktualisiert.

Die Forschungsgruppe Freudenthal wurde neu besetzt und ein Link zum Heimatkreis Freudenthal hinzugefügt.

Sudetendeutscher Tag 2017

Am 03. und 04. Juni findet der 68. Sudetendeutsche Tag 2017 statt.

Unter dem Leitwort "Verständigung suchen - Europas Mitte gestalten" sind auch alle Familienforscher
nach Augsburg eingeladen. Befassen Sie sich mit Familiengeschichtsforschung oder haben Sie es vor?

Die Vereinigung der Sudetendeutscher Familienforscher berät und unterstützt Sie, mehr über die eigenen Wurzelnund die
Vorfahren im Sudetenland zu erfahren.

Mit Hilfe des Internets zeigen wir Ihnen die Wege in die tschechischen Archive.

Sie finden uns in der Halle 7 am Stand A219.

Ein Pfingstausflug ist in vielen Familien zur Tradition geworden; nutzen Sie diese Gelegenheit
und bringen sie Ihre alten Urkunden und Ahnenpässe mit nach Augsburg; unsere Experten stehen für Sie bereit.

Weiterhin wird unser Mitglied Dr. Michael Popovic einen Vortrag zum Thema
"Sudetendeutsche Familienforschung ist mehr als Datensammlung - Zukunft braucht Herkunft“
halten.

Der Vortrag findet am Samstag 3.Juni 2017 um 14.00 Uhr im Messezentrum, 2.11B statt.

Vorstandswahl 2017 der VSFF

Die Sudetendeutschen Familienforscher, die sich der Genealogie und Kulturgeschichte der ehemals 3,5 Millionen Deutschen im Herzland Europas, Böhmen, Mähren und Schlesien, widmen, führten in der Zeit vom 31.03. - 02.04.2017 in Koblenz ihre diesjährige Mitgliederversammlung (MV) durch und wählten am 01.04.2017 Ihren Vorstand und Beirat.

Einstimmig wiedergewählt wurde der bisherige Vorsitzende Gregor Tumpach.
Als weitere Mitglieder des Vorstandes wurden einstimmig wiedergewählt:
• Kurt Willmann, Zweiter Vorsitzender
• Dr. Michael Popović, Erster Schriftführer und Schriftleiter der Zeitschrift "Sudetendeutsche Familienforschung"
• Heinrich Friedrich, zweiter Schriftführer
• Christa Schlör, Erster Kassenwart
• Jürgen Watzke, Weiteres Mitglied.
Für den Vorstand kandidierte Maria Amrhein, Zweiter Kassenwart, nicht mehr. Als Nachfolgerin wurde Frau Angelika Steiner einstimmig gewählt.
Die Wahlen zum Beirat hatten folgendes Ergebnis: Jürgen Heidrich, Josef Richter, Herbert Kuba, Werner Honal, Christa Sedigh.
Klaus Müller und Helmut Bernert wurden Kassenprüfer.

Neben den weiteren Regularien wurden die Haushaltspläne 2017 und 2018 beschlossen. Über den Stand der Weiterentwicklung der Webseite referierte Kurt Willmann ebenso, wie über GEDBAS-, GEDCOM-Dateien, Datenbanksysteme und TNG. Hieraus ergab sich ein angeregter Gedankenaustausch der anwesenden Mitglieder.

Vorstand und Mitgliederversammlung der VSFF ist es ein besonderes Anliegen die nachrückende Generation für die Suche nach Ihren Wurzeln zu begeistern. Da Ahnenforschung nicht nur kulturell bildet, sie auch identitätstiftend ist, soll verstärkt um junge Mitglieder geworben werden.

Dr. Michael Popovic

Mitgliederversammlung 2017

Die Mitgliederversammlung findet vom 31. März bis 3. April in Koblenz statt.
Der Veranstaltungsort ist das Hotel Hohenstaufen in der Emil-Schüller-Straße 41-43 in 56068 Koblenz.
Die Einladung und das Anmeldeformular sind im Dezemberheft der SFF erschienen.
Das aktuelle Programm und die Anmeldung finden Sie hier als PDF-Datei zum Download.

Neue Orte in der Häuserliste

Unsere Übersicht der Häuserlisten wurde komplett überarbeitet und neue Orte hinzugefügt.

Sie finden jetzt Inforamtionen zu den Orten Asch, Auschina, Bruck, Deutsch Neudörfel, Elbogen,
Engelsberg, Hilgersdorf, Hochofen, Leukersdorf, Lobendau, Mallowitz, Marienbad, Milkendorf,
Ottenreuth, Platten, Rückersdorf, Sandau, Schönwald, Voigtsbach, Waizengrün, Wallern und Wockendorf.

Dr. Paleczek bittet um Unterstützung

Dr. Raimund Paleczek, Vorsitzender des Sudetendeutschen Institut e.V. bittet um Ihre Unterstützung.

Raimund Paleczek: „In Vorbereitung für das Sudetendeutsche Museum sammelt
das Sudetendeutsche Institut Kopien der Transportlisten der Vertreibung von 1946.

Etwa zwei Drittel dieser Listen befinden sich im Prager Nationalarchiv und im Zentralen Miltärachiv.
Die häufig beste Überlieferung, die auch die Transporte in die SBZ erfasst hat, bieten die
Bezirskarchive (Státní okresní archivy), dort im Bestand der jeweiligen Bezirksnationalverwaltungen
(Okresní národní výbory - ONV).

Viele private Forscher haben sich die Kopien der sie betreffenden Region bereits besorgt oder werden dies tun.
Die Nachfrage nach Angaben aus diesen Listen ist enorm und nimmt zu.Aktuell haben wir die Listen aus 23
von etwa 75 Bezirken, überwiegend West- und Nordböhmen. Aus Mähren und Schlesien noch nichts!

Unsere große Bitte:

Informieren Sie uns, wenn Sie Kopien von Listen haben oder von jemandem wissen, dass er sie hat.
Nur so können wir in absehbarer Zeit die Listen der etwa 1200 Transporte zusammenstellen, damit sie
an einem Ort zentral für jedermann verfügbar eingesehen werden können.
Heutige Forscher und Ihre Nachfahren werden es Ihnen danken!

Kontakt:
Sudetendeutsches Institut e.V. / Sudetendeutsche Stiftung,
Hochstr. 8
81669 München

Email an: Sudetendeutsches-Archiv
Email an: Sudetendeutsche-Stiftung

Mitgliedertreffen 2016 in Leitmeritz

Unter dem Motto 90 Jahre Familienforschung in Böhmen, Mähren und Österreichisch Schlesien
fand unser Mitgliedertreffen vom 22. bis 24.April in Leitmeritz (Litomerice) statt.

Einen Bericht finden Sie als hier als PDF-Datei zum Download.

VSFF am Sudetendeutschen Tag 2016

Die Vereinigung der Sudetendeutschen Familienforscher ist am 14. und 15. Mai 2016 mit einem Stand auf dem Sudetendeutschen Tag in Nürnberg vertreten. Befassen Sie sich mit Familiengeschichtsforschung oder haben Sie es vor? Wir beraten und unterstützen Sie, mehr über die eigenen Wurzeln und die Vorfahren im Sudetenland zu erfahren. Mit Hilfe des Internets zeigen wir Ihnen die Wege in die tschechischen Archive.
Sie finden uns in der Halle 12 am Stand A430.

Hinweisen möchten wir auch auf eine Veranstaltung am 14.5.2016 um 18.00 Uhr im Messezentrum, NCC West, Ebene 2 im Raum Dublin. Unser Vorstandsmitglied Dr. Michael Popovic liest aus dem neu erschienen Sammelband "Der Ackermann aus Böhmen" – Interdisziplinärer deutsch-tschechischer Dialog, von der Renaissance Karls IV. bis in die Gegenwart.
Dieser Band wurde von Dr. Michael Popovic und MUDr. Ivan Pfeifer, CSc. herausgegeben.

Mitgliedertreffen 2016

Unter dem Motto 90 Jahre Familienforschung in Böhmen, Mähren und Österreichisch Schlesien
findet unser Mitgliedertreffen vom 22. bis 24.April in Leitmeritz (Litoměřice) statt.

Nähere Informationen und das aktuelle Programm zur Anmeldung finden Sie als hier als PDF-Datei zum Download.


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