Wir trauern um Rainer Maaz

Mit tiefer Trauer haben wir Kenntnis genommen vom Tode des langjährigen Schriftleiters unserer Sudetendeutschen Familienforschung, der für diese Zeitschrift von 2003 - 2014 verantwortlich zeichnete.

Rainer Maaz (* 23.07.1947 - † 28.07.2015) war bei uns seit Februar 1998 Mitglied. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit der Geschichte des Nordböhmischen Niederlands - Rumburg - Schluckenau - Warnsdorf. Dies war die Gegend, wo seine Vorfahren herkamen. Insgesamt hatte er über 155.000 Datensätze angesammelt.

Man kann nachfühlen, wie mühsam es war, all die Daten in den Archiven Leitmeritz und Tetschen abzuschreiben und dann zusammenzustellen. Die vielen Stunden braucht man gar nicht zu zählen.

2013 am Heiligenhof zum Treffen der VSFF, war Herr Maaz noch dabei, dagegen wurde er im Mai 2014 in Wien schon vermisst. Als es ihm gesundheitlich nicht mehr so gut ging, gab er im August 2014 seine Vorstandsarbeit auf.

Die letzte große Arbeit von Herrn Maaz war ein Ortssippenbuch zum Kirchsprengel Schönlinde herauszubringen. Es gliedert sich in folgende Kapitel:

  • Mannschaftsbücher aus der Zweigstelle Tetschen 1670 – 1850
  • Einzelne Tauf-, Trau- und Sterbematriken.
  • Ahnen-, Stamm- und Nachkommenslisten (SGA) Regensburg
  • Kopien von Ahnenpässen
  • Ausgewertete Datenerhebungsbögen zur Familienforschung

Band 1 war im Juni 2013 fertig, die Bände 2 und 3 gingen Anfang April 2014 in Druck.

Rainer Maaz war einer unserer aktivsten Familienforscher und hat maßgeblich das Erscheinungsbild der VSFF und dessen Vereinszeitschrift geprägt.

Als Betreuer der Forschungsstelle Nordböhmisches Niederland hat er einen bedeutenden Beitrag für die Sudetendeutsche Familienforschung geleistet

Die VSFF und alle, die Rainer Maaz gekannt haben, werden ihn in guter und dankbarer Erinnerung behalten.

Homepage Archiv

Auf dieser Seite finden Sie die bisher veröffentlichten Artikel der Homepage nach Monaten sortiert.
Über die Suchfunktion (links oben ) können Sie nach Beiträgen suchen, so führt z.B. die Suche nach Mitgliederversammlung zu Beiträgen mit diesem Stichwort.

Arbeitskreis Sudetendeutscher Familienforscher München und Umgebung

Der Arbeitskreis trifft sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch
Veranstaltungsort ist das Haus des Deutschen Ostens (HdO) Am Lilienberg 5, 81669 München,
S-Bahn Haltestelle Rosenheimer Platz.
Interessenten an der Familienforschung sind herzlich eingeladen.
Termine 2017
Freitag, 24.03.2017, 14:00 Uhr
Freitag, 17.11.2017, 14:00 Uhr.

Nähere Informationen bei Edwin Miesbauer

Wir trauern um Gertrud Träger

Frau Träger, geboren am 16. März 1923 in Luditz (Kreis Buchau), widmete sich der Sudetendeutschen Familienforschung. 1981 bis 1991 leitete sie die Forschungsgruppe Luditz und sie war lange Jahre Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Tachau.

Gertrud Träger war die Tochter eines Arztes aus Tachau und ging in die Bürgerschule in Luditz. Von 1943 bis zur Vertreibung wirkte sie in der Sparkasse Tachau als Buchhalterin. Nach der Vertreibung kam sie zusammen mit ihrer Mutter nach Dorfen und ging dann zur Weiterbildung nach Heidelberg. Seit 1960 lebte Frau Träger in München. Dort war sie, nach Tätigkeit in der Firma Triumpf-Mieder, von 1963 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1983 in München Hauptbuchhalterin.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit widmete sich Frau Träger seit den 1960er Jahren der Heimatforschung und der Dokumentation ihrer alten Heimat. In wenigen Jahren entstand 1971 in enger Zusammenarbeit mit den Gemeindebetreuern das Heimatbuch Kreis Luditz. Es folgte das Ehrenbuch der Opfer des Ersten Weltkriegs im Kreis Luditz und 1973 ein umfangreiches Personen- und Sachregister zum Heimatbuch Luditz.

In den Jahren 1990 bis 1993 stellte Frau Träger die Topographie der Kulturdenkmäler im Egerland, Kreis Luditz, zusammen. Außerdem ermöglichte sie die Neuauflage der Geschichte der Stadt Luditz, die sie für den Zeitabschnitt 1936 bis 1946 ergänzte, und legte eine Sammlung Geschichte der Luditzer nach der Vertreibung an. 1985 inventarisierte sie den gesamten Bestand der Luditzer Heimatstube in der Patenstadt Bad Sooden-Allendorf. In den Jahren 1992 bis 1994 stellte sie mit der Leiterin Irene Küllmer das Kreisarchiv zusammen.

Auch bei der Tachauer Heimatstube in der Patenstadt Weiden (Oberpfalz) half sie 1991 bis 1993 bei der Inventarisierung mit und stiftete eine Vitrine mit Erzeugnissen der Tachauer Holzindustrie, die in der Fabrik ihres Onkels in Tachau hergestellt wurden. Für die Schriftenreihe zur Tachauer Heimatgeschichte stellte sie 1989 den Band 3 "Künstler aus dem ehemaligen Kreis Tachau-Pfraumberg" zusammen und finanzierte zusammen mit Heimatkreisbetreuer Dr. Wolf-Dieter Hamperl das tschechisch-deutsche Druckwerk "Die historischen Grabmäler der Tachauer Region" 1994. In den Publikationen Tachau, Geschichte einer deutschen Stadt in Böhmen in Wort und Bild (1994) und Vertreibung und Flucht aus dem Kreis Tachau im Egerland 1945 bis 1948 ist sie mit Beiträgen vertreten. Über mehrere Jahre erarbeitete sie mit den Gemeindebetreuern die Grundlagen zu den Kunstdenkmälern des politischen Bezirks Tachau, erschienen 1999 in der Dokumentationsstelle zur Erfassung der Kulturwerte in den deutschen Gebieten von Böhmen, Mähren und Schlesien im Sudetendeutschen Haus in München.

Für das Egerländer biografische Lexikon von Dr. Josef Weinmann lieferte sie Unterlagen über die Persönlichkeiten der Kreise Luditz und Tachau. Sie war Mitarbeiterin der Abteilung "Kunstgeschichte" im Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender und sammelte Unterlagen für über 110 Egerländer Künstler, die nur zum Teil im Katalog 2 "Kunstschaffen der Egerländer im 20. Jh." aufgenommen wurden. 1981 bis 1989 ordnete und archivierte Frau Träger die Werke und die Kunstsammlung von Professor Richard Fleißner, Tuschkau/München (1903-1989) und unterstützte den Künstler bei der Errichtung einer Stiftung mit dem Ziel, eine Kunstgalerie im Egerland-Kulturhaus Marktredwitz für Kunst des 20. Jhd. einzurichten.

Seit 1997 wirkte Frau Träger im Organisations-Gremium für die Kunstgalerie mit und trug dazu bei, daß die Egerländer Kunstgalerie Marktredwitz im September 1999 mit eigenen Exponaten sowie weiteren Zustiftungen und vor allem Leihgaben des Museums Ostdeutsche Galerie Regensburg und von Künstlern, Kunstsammlern und Kunstnachlässen eröffnet werden konnte. Im Jahr 2000 stellte sie den beachtlichen Betrag von 10 TDM für die wissenschaftliche Betreuung der Kunstgalerie zur Verfügung.

Als Kulturbeauftragte des Heimatkreises Luditz erarbeitete sie mit den Ortsbetreuern in 1998 bis 2000 eine Kultur-Katasterkartei. Mit Hilfe des Kulturkatasters entstand die erste deutsch-tschechische Denkmalliste als Prototyp für den Kreis Luditz-Buchau-Deutsch Manetin auf der Basis des CR-Entwurfs vom Landesamt für Denkmalpflege in Karlsbad. Der tschechische Entwurf der Denkmalliste wurde durch Frau Träger ergänzt; Herr Zeischka (Oberhausen/Waltsch) lieferte dazu die Denkmallisten. In gleicher Weise arbeitete Frau Träger an den Neuerstellung des Kulturkatasters für die Stadt Luditz.

Am 22. November 2000 erhielt sie den Bundesverdienstorden als Würdigung um ihre großen Verdienste um den Erhalt der kulturellen Identität der heimatvertriebenen Egerländer.

Frau Träger starb am 22. Januar 2015 in Marburg im Alter von 91 Jahren. Wir werden sie gerne in Erinnerung behalten.

Quellen: Der Egerländer und Heimatbrief Luditz

Adressen-Änderung bei den Forschungsgruppen und Betreuer

  • Bilin/Dux/Teplitz-Schönau Herr Dietmar Heller, Hillenloher Str. 10, 87733 Markt Rettenbach, Tel. 08392-9347277, Fax: 08392-9347278, Email: Dietmar Heller
  • Teplitz-Schönau Herr Dietmar Heller, Hillenloher Str. 10, 87733 Markt Rettenbach, Tel. 08392-9347277, Fax: 08392-9347278, Email: Dietmar Heller
  • Tetschen-Bodenbach Herr Dietmar Heller, Hillenloher Str. 10, 87733 Markt Rettenbach, Tel. 08392-9347277, Fax: 08392-9347278, Email: Dietmar Heller
  • Freiwaldau Herr Kurt Neugebauer, Erlangertsr. 49, 91080 Uttenreuth, Tel. 09131 530 39 22, Email: Kurt Neugebauer

Neues von den Häuserlisten

Unserer Übersicht der Häuserlisten wurden um das Datum des letzten update ergänzt.

Die Orte  Auschina (cze: Úžín) und Elbogen (cze: Loket) wurden  neu eingestellt.

Zur weiteren Erfassung (in Excel-Tabellen)  von Häuserlisten werden immer Helfer gesucht.

Kontakt unter: vorstandsmitglied@vsff.de

 

Abdecker und Scharfrichter in Böhmen

Der Verein hat nach langen Vorarbeiten eine CD herausgegeben, die höchst anspruchsvoll und für viele Mitglieder von Interesse sein dürfte. Es ist dies eine Sammlung genealogischer Daten von Wasenmeistern, eine Gemeinschaftsarbeit von

Johannes Bröckl, Christine Obermeier, Reinhard Riepl

Abdecker und Scharfrichter in Böhmen

Es enthält ca. 4500 Dateien, d.h. Familienblätter, die mittels Suchfunktionen nach Namen, Orten usw. durchsucht werden können. Es gibt keine Veröffentlichung, die auch nur annähernd ein derartig umfangreiches Datenmaterial enthält.

Der Preis: 16,00 € + 1,45 € Porto. Für Vereinsmitglieder gelten Sonderkonditionen. Bestellungen bitte an

Sudetendeutsches Genealogisches Archiv (SGA)

Landshuter Str. 4, 93041 Regensburg

oder per Email an sga@vsff.de

Mitgliederversammlung 2015

Die Mitgliederversammlung findet vom 20. bis 22. März in Weimar statt.
Der Veranstaltungsort ist das Hotel Anna Amalia in der Geleitstraße 9-12 in 99423 Weimar.
Nähere Informationen und das Formular zur Anmeldung finden Sie im Programm das als PDF Datei zum Download bereitsteht.
Die Einladung und das Anmeldeformular sind ebenfalls im Dezemberheft der SFF erschienen.
Ich würde mich über eine zahlreiche Teilnahme freuen um mit Ihnen die zukünftigen Wege der VSFF zu diskutieren.

Ihr Gregor Tumpach
Erster Vorsitzender VSFF e.V.

Weitere Friedhöfe online!

Es sind wieder neue Friedhöfe im unserem VSFF Grabsteinprojekt bei den Computergenealogen dazugekommen:

Chrastava (Kratzau), Doubrava (Taubrath), Drahouš (Drahuschen), Huntířov (Güntersdorf), Ludvikovice (Losdorf), Nová Ves (Neundorf), Oldřichov v Hájích (Buschullersdorf), Ovesná (Habendorfer), Palič (Palitz),Řicka (Ritschka im Adlergebirge), Skoky (Maria Stock),Tremesna (Röwersdorf), Zdobnice (Groß Stiebnitz im Adlergebirge) und Znojmo (Znaim). Die ganze Übersicht finden sie bei den Computergenealogen unter Grabsteine in CZ.

Weitere Friedhofserfassungen werden noch folgen! Falls Sie auch Ihre Aufnahmen zu Vergügung stellen möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Betreuer: Sie finden sie in der Rubrik graeber-friedhoefe-denkmaeler

 

Nachruf Lore Schretzenmayr

Nachruf

Die Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher trauert um Frau Lore Schretzenmayr geb. Schiepeck.

Sie war eine Persönlichkeit, die Respekt ausstrahlte. Ihre Leidenschaft war die Genealogie, die Erforschung des Lebens und der Lebensumstände ihrer Vorfahren, ihrer Landsleute und aller daran Interessierten. Diese Leidenschaft prägte sie zeitlebens, vom Familientreffen SEICHE im Jahre 1935 im Dorf Auschine, Pfarrei Kulm im Bezirk Aussig, die sie als 10-jähriges Mädchen erlebte, bis zum Ende ihres Lebens.

Am 4.7.1925 als Lore Schiepeck in Aussig a.d. Elbe geboren, besuchte sie dort Volksschule und Gymnasium und wurde nach dem Krieg wie alle Deutschen aus ihrer Heimat vertrieben. Die Flucht führte sie mit Mutter und Schwestern über die nahe Grenze nach Sachsen in den Bayerischen Wald und nach Regensburg, wo die Familie eine neue Existenz aufbaute. Sie war zunächst als Hauslehrerin tätig, absolvierte eine Ausbildung als Dolmetscherin. Nach dem Besuch der Hotelfachschule in Bad Reichenhall und einigen Jahren Berufstätigkeit (u. a. in Rüdesheim am Rhein) heiratete sie den Architekten Helmut Schretzenmayr und gründete eine Familie, der die Kinder Beate und Stefan entsprangen. Die Familienforschung blieb ihre Leidenschaft in Regensburg, das ihr zur zweiten Heimat wurde.

Zu dem Interesse für ihre sudetendeutschen Vorfahren kam nunmehr auch die Erforschung der Familie ihres 1987 früh verstorbenen aus Lauingen/Donau stammenden Ehemannes. Über Jahre hinweg erforschte sie diese Familie, dazu dann auch die Namensträger Schretzenmayr in Bayern und in aller Welt und wohl auch in allen genealogischen Verästelungen. Sie trat dem Bayerischen Landesverein für Familienkunde bei, wo sie verschiedene Vorstandsaufgaben übernahm.

Bereits 1949-50 fand sie Kontakt zu sudetendeutschen Familienforschern, mit denen sie zeitlebens verbunden war. 1971 war sie Gründungsmitglied (Mitgliedsnummer 4!) der Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher - zuerst und über viele Jahre als Kassenwartin, von 1995 bis 2001 als deren Vorsitzende und bis 2007 im Beirat. In gleicher Weise war sie in den 1970er Jahren auch im Vorstand des Vereins Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher (AGoFF) aktiv geworden.

Über viele Jahre engagierte sich Lore Schretzenmayr intensiv für die Belange der Genealogie. Mit großem Engagement führte sie seitdem die Interessenten dieses Arbeitsgebietes zusammen, organisierte die Deutschen Genealogentage 1976 in Regensburg und 1982 in Passau, veranstaltete Tagungen und kuratierte Ausstellungen, organisierte zahllose Fachseminare zur ost-, sudeten- und mitteldeutschen Familiengeschichtsforschung und vermittelte dabei überzeugend und mit profunder Sachkenntnis heimat- und familiengeschichtliche Zusammenhänge.

Von 1987 an übernahm sie viele Jahre lang zudem die Verantwortung für unser Sudetendeutsche Genealogische Archiv SGA in Regensburg. Wer sie einmal in ihrem Haus im Regensburger Erikaweg 58 besuchte, weiß bestens, wovon hier die Rede ist.

Besonders am Herzen lag ihr ihre Heimatstadt Aussig, sie hatte z. B. bis zuletzt einen guten Draht zum Archiv dieser Stadt.

Auf dem Sudetendeutschen Tag 2001 wurde Frau Lore Schretzenmayr mit der Adalbert-Stifter-Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft geehrt.

In ihrer ersten Heimat, der sudetendeutschen Heimat tief verwurzelt zu bleiben, war ihr ein steter Antrieb; sie unternahm sehr viele Fahrten in die Heimat, pflegte Kontakte, recherchierte in tschechischen Archiven - oft und häufig nur für ihre Landsleute; sie war Vorbild und Antrieb für viele andere. Mit ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber den Generationen der Kinder und Enkel verschaffte sie der genealogischen Forschung eine breite Öffentlichkeit und gab ihr - noch viel bedeutsamer - fortdauernde, weit in die Zukunft wirkende Impulse.

Frau Schretzenmayr hat es schon in den für die Vertriebenen schweren Zeiten nie an Standhaftigkeit gefehlt, die berechtigten Anliegen der Sudetendeutschen auch in dem nur vermeintlich unbedeutenden Bereich der der Genealogie zu vertreten; in der Tat hat sie damit aber maßgeblich zum Erhalt von deren kulturellem Erbe beigetragen.

Frau Schretzenmayr starb am 12.1.2014; ihren Angehörigen gilt unsere Anteilnahme. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken wahren.

Für den Vorstand

Gregor Tumpach

Wir danken Herrn Dr. Albert F. Vogt vom Bayerischen Landesverein für Familienkunde, Bezirksgruppe Oberpfalz, der uns seine Ansprache anlässlich der Beerdigung zur Verfügung stellte. Wir haben sie in Auszügen übernommen.


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