Transportlisten

Herr Wilhelm Jun aus Augsburg hat der VSFF im Jahr 2016 eine Sammlung (Version 2009) der sog. “Flüchtlings-Transporte” des Jahres 1946 (pdf mit 257 Seiten) überlassen.

Sie enthält keine Namen der Vertriebenen, sondern die Abgangs- und Zielorte, Grenzankünfte sowie die Personenzahl von 1.832 Transporten des Jahres 1946, die aus den heutigen Ländern: Tschechische Republik, Österreich, Ungarn und der Slowakei in die Gebiete der amerikanischen (Bayern – 787.934 Personen, Nord-Württemberg, Nord-Baden, Großhessen) und sowjetischen Besatzungszone (später DDR) geleitet wurden.

Die einzelnen Transportlisten liegen zum größten Teil im Staatlichen Zentralarchiv Prag. Kopien weitgehend im Sudetendeutschen Institut (SDI) in München. Kopien der Original-Waggonlisten können dort kostenpflichtig angefordert werden:

Sudetendeutsches Institut e.V.
Hochstraße 8
81669 München

Das Sudetendeutschen Institut hat die Listen einiger westböhmischer Abgangsbahnhöfe digitalisiert, sie liegen im Excel-Format vor. Von einer Veröffentlichung im Netz wurde aus verschiedenen Gründen abgesehen, sie sind jedoch auf der Netzseite von Frau Christine Obermeier einzusehen. Es sind dies die Orte Eger, Falkenau, Elbogen, Graslitz, Neudek. In Arbeit: Karlsbad und Bischofteinitz.

Außerdem liegt im SGA die CD 169, die den ersten Transport vom Lager Neustadt a.T. Kreis Friedland in die hessische Stadt Hünfeld enthält. Autor: Eduard Augsten.

Für die Transporte, die in die SBZ gingen, wurden keine Transportlisten erstellt. Die Personen wurden jedoch in den Ankunftsbahnhöfen erfasst. Diese Listen liegen in den Archiven der jeweiligen Gemeinden. In allen Listen sind natürlich nicht die Personen erfasst, die auf andere Weise die westdeutschen und österreichischen Besatzungszonen erreicht haben. Vor allem in grenznahen Gebieten wurde die grüne Grenze überschritten, häufig unter Mitnahme von Hausrat. Mache Vertreibungen wurden auch in Form von Fußmärschen organisiert. Darüber gibt es nur z.T. erschütternde Erlebnisberichte (Brünn), aber keine amtlichen Unterlagen.

Soldaten konnten nach Kriegsende nicht in ihre Heimat zurück, sondern wurden nach Beendigung ihrer Kriegsgefangenschaft direkt zu ihren Familien gebracht. Über das Schicksal dieser Soldaten kann gegebenenfalls die Deutsche Dienststelle (WASt) Auskunft geben.

Deutsche Dienststelle (WASt)
Eichborndamm 79
13403 Berlin


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