Die Flüchtlings-Transporte des Jahres 1946

Herr Wilhelm Jun aus Augsburg hat der VSFF im Jahr 2016 eine Sammlung der sogenannten “Flüchtlings-Transporte” des Jahres 1946 überlassen.

Sie enthält keine Namen der Vertriebenen, sondern die Abgangs- und Zielorte, Grenzankünfte sowie die Personenzahl von 1.832 Transporten des Jahres 1946, die aus den heutigen Ländern Tschechien, Slowakei, Österreich und Ungarn in die Gebiete der amerikanischen (Bayern, Nord-Württemberg, Nord-Baden, Großhessen) und sowjetischen Besatzungszone (ehemalige DDR) geleitet wurden.

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Transportlisten der Vertreibung 1946

Das Sudetendeutsche Museum bereitet in der ersten Jahreshälfte 2026 die Möglichkeit vor, in den Digitalisaten der in der Tschechischen Republik überlieferten etwa 1000 Transportlisten der Vertreibung des Jahres 1946 zu recherchieren. Das sind etwa 55 Prozent aller Transporte. Die Digitalisate können ab August 2026 in einer Medienstation im Sudetendeutschen Museum in München eingesehen werden.

Bis auf weiteres kann das Sudetendeutsche Institut e. V. in eingeschränktem Umfang aus Kopien von Transportlisten aus dem Jahre 1946 (nicht 1945!) auf Anfrage Einzelauskünfte
erteilen und scans von einzelnen Waggons zusenden. Wegen der zahlreichen Anfragen wird um folgende Beachtung gebeten:

1. Die Transportlisten sind nicht vollständig. Keine Listen liegen vor von Mähren und Schlesien sowie von sämtlichen Transporten in die SBZ. In diesen Fällen und für Transporte aus dem Jahr 1945 muss man sich an das zuständige Bezirksarchiv wenden. Die Anschriften der Bezirksarchive in der Tschechischen Republik finden Sie hier:
https://cesarch.cz/archivnictvi/adresar-archivu/.

2. In der schriftlichen Anfrage an das Sudetendeutsche Institut ist für die statistischen Erfassung die vollständige Postanschrift des Absenders anzugeben.

3. Es können nur Anfragen beantwortet werden, die sich auf ein konkretes Datum und den Lagerort (Bezirk) beziehen. Notwendig ist darüber hinaus die Angabe von Familiennamen, Vornamen, Alter und letztem Wohnort des Transportes.

4. Für Heraussuchen und Zusenden des Eintrages wird um eine Spende von 10 Euro an das Sudetendeutsche Institut e. V., HypoVereinsbank München, IBAN: DE44 7002 0270 0000 5633 07 (Swift: HYVEDEMM), gebeten. Nach Zahlungseingang erfolgt die Zustellung des/der scans.

Von folgenden Abgangsbahnhöfen liegen die Transportlisten – nicht immer vollständig! – ausschließlich in die US-Zone vor:

Asch
Aussig – Lärchenfeld
Bischofteinitz (Holleischen)
Buchau
Budweis
Eger
Elbogen
Falkenau
Graslitz
Kaaden
Kaplitz
Karlsbad
Klattau
Königswart
Krummau
Marienbad
Neudek
Niklasdorf
Podersam
Prachatitz
Reichenberg
Reichenau (Gablonz)
Reinowitz (Gablonz)
Rumburg
St. Joachimsthal
Schluckenau
Schüttenhofen
Tepl
Tetschen
Warnsdorf

Anfragen sind zu richten an Dr. Paleczek:
Sudetendeutsches Institut e.V.
Hochstraße 8
81669 München
paleczek@sudetendeutsches-archiv.de

Im Archiv in Troppau befinden sich digitalisierte personalisierte Karteikarten von Transporten.

Eine Anleitung wie Sie dorthin gelangen finden Sie hier:

Das Sudetendeutschen Institut hat zudem die Listen einiger westböhmischer Abgangsbahnhöfe digitalisiert. Diese liegen zudem im Excel-Format vor. Von einer Veröffentlichung im Netz wurde aus verschiedenen Gründen abgesehen. Einzusehen sind sie jedoch auf der Homepage von Frau Christine Obermeier. Es handelt sich dabei um Transportlisten der Abgangsorte Eger, Falkenau, Elbogen, Graslitz, Neudek. In Arbeit: Karlsbad und Bischofteinitz.

Zudem befindet sich im SGA die CD 169, die den ersten Transport vom Lager Neustadt a.T., Kreis Friedland in die hessische Stadt Hünfeld enthält. Autor der CD ist Eduard Augsten.

Für die Transporte, die in die Sowjetische Besatzungszone gingen, wurden keine Transportlisten erstellt. Die Personen wurden jedoch in den Ankunftsbahnhöfen erfasst. Diese Listen liegen in den Archiven der jeweiligen Gemeinden.

In allen Listen sind natürlich nicht die Personen erfasst, die auf andere Weise die westdeutschen und österreichischen Besatzungszonen erreicht haben. Vor allem in grenznahen Gebieten wurde die grüne Grenze, häufig unter Mitnahme von Hausrat, überschritten. Manche Vertreibungen wurden auch in Form von Fußmärschen organisiert. Darüber gibt es nur zum Teil erschütternde Erlebnisberichte (bspw. Brünn), aber keine amtlichen Unterlagen.

Soldatenschicksale

Soldaten konnten nach Kriegsende nicht in ihre Heimat zurück, sondern wurden, sofern diese noch lebten und ausfindig gemacht werden konnten, nach Beendigung ihrer Kriegsgefangenschaft direkt zu ihren Familien gebracht.

Über das Schicksal dieser Soldaten hat lange Zeit die “Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht“ (WASt) Auskunft gegeben, welche als Behörde dem Land Berlin unterstellt war. Diese wurde zum 01.01.2019 aufgelöst und deren Aufgaben, Archivbestände und Beschäftigte von der Bundesrepublik Deutschland übernommen und dem Bundesarchiv als “Abteilung PA – Personenbezogene Auskünfte“ übertragen. Anfragen können somit nun mehr an das Bundesarchiv gerichtet werden. Hierbei ist es zwingend notwendig, einen Benutzungsantrag sowie einen Recherche-Auftrag ausfüllen und mit einsenden.

Bundesarchiv, Abteilung PA
Eichborndamm 179
13403 Berlin

E-Mail: poststelle-pa@bundesarchiv.de

Bild rechts: Sammlung St. Höbelt