Vergangenheit bewahren – Zukunft gestalten : VSFF

Vergangenheit bewahren – Zukunft gestalten: Vereinigung Sudetendeutscher Familienforschung e.V. (VSFF)

Wenn wir unser kulturelles Erbe erhalten wollen, müssen wir uns die Kenntnis darüber erarbeiten. Dazu gehört auch die Familiengeschichte, die wir vor allem über die Familienforschung erschließen. Damit werden wir uns auch unserer Identität bewusster. Dies ist eine Voraussetzung für ein besseres Selbstverständnis und so die Grundlage für die weitere Entwicklung, auch unserer Nachkommen.

In diesem Sinne fördert die Vereinigung Sudetendeutscher Familienforschung e.V. (VSFF), Forschungen auf familien- und heimatkundlichen sowie benachbarten Gebieten, unterstützt Mitglieder bei ihren Forschungen und archiviert Forschungsergebnisse, um diese auch der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Durch die Schärfung des selbstbewussten Blicks auf die eigene, viele Generationen übergreifende Familiengeschichte, will die VSFF ihren Beitrag zur kulturellen Bildung leisten. Eine lebendige Familie mit einem tieferen Verwandtschafts- und Geschichtsbewusstsein ist eine gesunde Keimzelle einer intakten Gesellschaft.

Wer bedeutende Ereignisse in seiner eigenen Vergangenheit, oder seiner Vorfahren nicht kennt oder diese verdrängt oder gar verleugnet, wird damit eigene Probleme haben, entwickeln oder weitergeben.

In nicht wenigen Fällen zeigt sich dies bei der Erlebnisgeneration, die kaum eine Gelegenheit hatte, die erlittenen physischen und psychischen Traumen der (wilden) Vertreibung zu bearbeiten oder verarbeiten. Diese Wunden sind, wenn überhaupt, nur schlecht verheilt und brechen vielfach am Lebensabend wieder auf. So kommen beispielsweise depressive Verstimmungen und Verlustängste mit unterschiedlichen Ausprägungen zum Tragen.

Die Erlebnisgeneration spricht (sprach) relativ selten über diese Verletzungen und Kränkungen. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Enkelgeneration mit dem von den Großeltern erlebten Ereignissen befasst. Seinen Ausdruck findet dies darin, dass sich eine zunehmend große Zahl der nachrückenden Generation mit Ahnen- oder Familienforschung beschäftigt.

So kann die Vereinigung Sudetendeutscher Familienforschung e.V. glücklicherweise zunehmende Mitgliederzahlen ebenso verzeichnen, wie eine Verjüngung der Altersstruktur. Dies steht in deutlichem Gegensatz zu der Entwicklung sudetendeutscher Heimatvereine, Heimatstuben und -Archive und Heimatbriefe.

Die schmerzliche Aufgabe oder Abgabe dieser Einrichtungen der Heimatpflege kommt dem Einen oder der Anderen manchmal als zweite Vertreibung vor. Und so können tief im Unterbewusstsein schlummernde Verlustängste sich in einem übermäßigen Klammern oder anderen unangemessenen Verhaltensweisen ausdrücken. Sie stehen notwenigen Veränderungsprozessen – Metamorphosen – im Wege; sie können einen Strom nicht aufhalten. Denn: wie sagten schon die alten Griechen? „panta rhei“ (altgriechisch πάντα ῥεῖ, deutsch „alles fließt“, lateinisch „cuncta fluunt“). Der griechische Philosoph Heraklit sagte: Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln.

Die eigene Identität, das Sein, hat sich mit dem ständigen Wandel zu befassen und sich weiterzuentwickeln, ohne das Ererbte, das epigenetisch Weitergegebene zu verlassen oder zu negieren.

Das Sudetendeutsche Genealogische Archiv (SGA) ist eine Einrichtung der Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher e.V. (VSFF). Es war von 2001 bis zur Kündigung wegen Eigenbedarfs im Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa (WIOS) der Universität Regensburg beim Institut Ost- und Südosteuropa (IOS) in der Landshuter Straße 4, Regensburg, untergebracht.

Wegen der Kündigung mussten neue Möglichkeiten einer zukünftigen, dauerhaften Unterbringung der Ahnen- und Stammlisten, der Bibliotheksbestände und der Archivalien gefunden werden. Dies mussten Einrichtungen sein, die nicht nur Archivierungsgrundsätzen folgend die wertvollen Bestände auf Dauer sichert und bewahrt, sondern auch Forschern weiterhin den Zugriff ermöglicht.

Dies erfolgt weiterhin getreu dem Motto: Vergangenheit bewahren – Zukunft gestalten

Dr. Michael Popović.

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